Ein schöneres Leben für empfindliche Haut.

Dermatologin
Dr. med. Kristin Kanja

„Hallo, mein Name ist Kristin Kanja und ich bin Fachärztin für Dermatologie und Venerologie und habe eine eigene Praxis in Düsseldorf. Bei meinen Patienten besteht oftmals große Unsicherheit, welche Produkte geeignet sind zur Pflege und Reinigung empfindlicher Haut. Neben wirksamen Inhaltsstoffen, muss auch eine hohe Verträglichkeit gewährleistet werden. Seit letztem Jahr bin ich auch beratene Dermatologin für La Roche-Posay und beantworte hier alle Fragen zum Thema Unreine Haut.“

FAQ

Fragen und Antworten – von und für Eltern

Vorherige Fragen

1.Welche Behandlungsoptionen gibt es?

Dermatologische Behandlungen laufen in zwei Phasen ab: Die sogenannte Basispflege besteht aus feuchtigkeitsspendenden, rückfettenden Cremes für die sehr trockene Haut. Kortisonhaltige Salben werden zur Behandlung der entzündeten Bereiche eingesetzt. Manchmal verschreibt der Arzt zusätzlich auch noch ein Antihistaminikum. Zur richtigen Behandlung gehört außerdem eine Anpassung der Umgebung, um deren tägliche Belastungsfaktoren zu reduzieren.

2.Wie lange kann die Erkrankung andauern?

Die Erkrankung kann je nach Kind ein paar Monate bis mehrere Jahre anhalten. Nur selten dauert sie bis ins Erwachsenenalter: 50 % der Kinder mit atopischem Ekzem im ersten Lebensjahr sind mit 5 Jahren geheilt, auch wenn die Hauttrockenheit in den folgenden Jahren bestehen bleibt.

3.Was löst die akuten Schübe aus?

Daran können mehrere Faktoren beteiligt sein: Allergene und Staub in der Umgebung, Nahrungsmittel und manchmal auch Emotionen. Bei Kleinkindern lösen manche HNO-Erkrankungen und Zahnen ebenfalls einen Ekzemschub aus.

4.Kann sich die Haut dauerhaft verändern?

Auch bei schwerem Ekzem bleiben im Allgemeinen keine Folgen zurück. Allerdings kann häufiges Kratzen die betroffenen Bereiche verändern und zu Narbenbildung führen. Sonnenbestrahlung auf den ekzematösen Stellen kann zu Fleckenbildung führen; daher sollte immer ein hoher Sonnenschutzfaktor verwendet werden.

5.Kann das Kind in die Kinderkrippe oder den Kindergarten gehen?

Atopische Dermatitis ist nicht ansteckend und deshalb steht einer Teilnahme am Gemeinschaftsleben nicht entgegen.

6.Ist Neurodermitis erblich?

Ja, Neurodermitis ist in den meisten Fällen eine genetische Erkrankung. Es ist die allergische Disposition der Familie, die bei Kindern eine Neurodermitis verursachen kann, gleichgültig ob diese die Atemwege oder Lebensmittel betreffen.

7.Sind Nahrungsmittel für Ekzeme und Ausbrüche verantwortlich?

Nahrungsmittelallergien können Ekzeme auslösen, insbesondere bei Kleinkindern. Aber sie können auch mit anderen Symptomen wie Durchfall, Erbrechen oder Ausschlag auftreten.

8.Bekommt ein Baby mit Neurodermitis Asthma?

Mehr als zwei Drittel der Kinder mit Neurodermitis haben Atemwegsbeschwerden. Je früher das Ekzem auftritt desto häufiger tritt auch Asthma auf. Rauchen der Mutter ist ein Risikofaktor. Man schätzt, dass mindestens 20 % der Kinder mit Neurodermitis an Asthma erkranken.

9.Kann man einen Rückfall vermeiden?

Ja, indem man die Belastungsfaktoren minimiert und die Haut das ganze Jahr über mit der Basispflege, also einer rückfettenden Creme oder Balsam und Feuchtigkeit versorgt. Aber, auch indem man die vom Hautarzt verschriebene Behandlungen so lange fortsetzt, bis die Krankheit überwunden ist.

10.Sollte man Allergietests machen lassen?

Ärzte zögern manchmal, Kleinkinder zu testen, weil deren Immunsystem noch instabil ist. Aber diese Haltung ändert sich gerade, teilweise wegen der steigenden Zahl von Allergien. Bei starken Ausbrüchen (Ekzeme am ganzen Körper) und / oder wenn sie von anderen Symptomen begleitet werden, z.B. Durchfall, Nesselfieber, Schwellungen, Atemprobleme etc., können Tests eine gute Alternative sein, insbesondere, um noch stärkere Ausbrüche zu vermeiden.

11.Kann eine gestörte Mutter-Kind-Beziehung eine Neurodermitis auslösen?

Eine Mutter sollte sich auf keinen Fall schuldig am Ekzem ihres Babys fühlen. Denken Sie immer daran, dass es die Neurodermitis ist, die die Eltern-Kind-Beziehung stört.

12.Welche Kleidung und Waschmittel sind für atopische Haut am besten geeignet?

Baumwolle eignet sich besser als synthetische Gewebe und Wolle zur Reduzierung von Reizzuständen und Schwitzen. Bei der Wäsche sollten keine Weichspüler verwendet werden und es ist darauf zu achten, dass die Maschine nach dem Waschgang gut durchgespült wird. Suchen Sie sich gegebenenfalls eine Wäscherei, die hypoallergene Waschmittel verwendet.

13.Sind natürliche Pflegeprodukte am besten geeignet?

Vermeiden Sie ätherische Öle; sie können Allergien auslösen!

14.Baden oder duschen, heiß oder kalt: wie soll ich mein Baby waschen und mit welchen Produkten?

Das Bad sollte nicht zu lange dauern, 5 bis 10 Minuten, und das Wasser sollte nicht zu heiß sein: höchstens 35°C. Möglichst früh sollte auf Duschen umgestellt werden. Verwenden Sie sanfte, hypoallergene Produkte oder Surgras ohne Seife und Duftstoffe. Reiben Sie nicht beim Abtrocknen, sondern tupfen Sie die Haut mit einem Baumwollhandtuch behutsam trocken.

15.Wie verhindert man Kratzen?

Nur eine Behandlung kann Kratzen wirksam verhindern, aber besonders bei Kindern sollten Sie darauf achten, dass sie sich nie ausziehen und kratzen. Kälte ist ein gutes Mittel zur Linderung von Juckreiz und sogar Schmerz. Bewahren Sie die Creme im Kühlschrank auf; dann wirkt sie beim Auftragen kühlend.

Weitere Fragen

FAQ

Fragen und Antworten –
von und für Kinder

1.Mama, Papa, warum juckt es mich?

Das Jucken liegt daran, dass Du wie viele andere Kinder an Neurodermitis leidest. Deshalb wird Deine Haut so schnell rot und juckt. Deine Haut trocknet aus, weil sie nicht genug Fett besitzt. Dadurch verliert sie schnell an Feuchtigkeit, rötet sich und beginnt zu jucken.

2.Mama, Papa, wie soll ich mich waschen?

Wenn Du willst, dass Deine Haut zart bleibt und nicht juckt, musst Du es so machen wie Lipi und Kara. Reinige Deine Haut täglich mit einem speziellen Reinigungsprodukt. Bleib nicht zu lange im Wasser und tupfe Deine Haut anschließend trocken, ohne zu rubbeln. Es ist wichtig, dass Du Dich an diese Tipps hältst, damit Deine Haut nicht rot wird und juckt.

3.Mama, Papa, wozu brauche ich diese Creme?

Das Eincremen ist ganz einfach und es tut Dir gut! Neben der von Deinem Arzt verschriebenen Behandlung solltest Du ein- bis zweimal täglich eine rückfettende Creme auftragen. Du wirst sofort merken, dass Deine Haut dann weniger juckt. Verteile die Creme sorgfältig über den ganzen Körper.

4.Mama, Papa, was ist eine Allergie?

Bei einer Allergie hält Dein Körper bestimmte Stoffe, zum Beispiel Staub oder Tierhaare, für Feinde, die er bekämpfen muss. Dein Körper verteidigt sich gegen sie. Deshalb musst Du husten oder Deine Haut fängt an zu jucken. Wenn Dir so etwas auffällt, solltest Du es sagen, damit Du in Zukunft den Kontakt mit Deinem „Feind“ vermeiden kannst.