Die Haare sind für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil ihres Selbstbildes. Leider gehört Haarausfall bei Krebs zu den häufigen Nebenwirkungen einer Therapie. Der Verlust der Haare ist dabei eine der sichtbarsten und emotional herausforderndsten Veränderungen. Doch wie kannst du mit dieser neuen Situation umgehen? Welche Möglichkeiten gibt es, dich trotzdem wohlzufühlen und deine Kopfhaut zu pflegen? Mit diesem Beitrag möchten wir deine wichtigen Fragen rund um den Haarausfall bei einer Krebstherapie beantworten und dir wichtige Tipps mit auf den Weg geben.

Warum hat man bei Krebs Haarausfall?

Der Verlust der Haare bei Krebs wird meistens nicht durch die Erkrankung selbst, sondern durch die Behandlung verursacht. Chemotherapie oder Bestrahlung können die Haarwurzeln angreifen und so den Haarausfall bei Krebs begünstigen. 

Haarausfall bei Chemo: der Grund 

Chemotherapeutische Medikamente greifen gezielt schnell teilende Zellen an, um das Wachstum von Tumoren zu hemmen. Da auch die Haarwurzeln zu den schnell teilenden Zellen im Körper gehören, werden sie oft von den Wirkstoffen beeinträchtigt. Die Haare werden zunehmend dünner oder fallen ganz aus. Oft sind auch andere Körperregionen wie die Hände und die Fingernägel von den Nebenwirkungen der Chemo betroffen. 

Hat man immer Haarausfall bei Chemo?

Nein, nicht jede Chemotherapie führt automatisch zu Haarausfall. Ob und in welchem Ausmaß die Haare ausfallen, hängt von den Medikamenten, deren Dosierung und der Art der Verabreichung ab1.  

Die Wahrscheinlichkeit eines Haarausfalls ist höher: 

  • wenn die Chemotherapie über die Vene direkt ins Blut verabreicht wird 
  • bei einer Behandlung mit einer Kombination aus mehreren Wirkstoffen 
  • wenn Zytostatika in hohen Dosierungen oder innerhalb kurzer Zeitabstände verabreicht werden. 

Unter Umständen betrifft der Haarverlust nicht nur das Kopfhaar, sondern auch andere Körperregionen. Augenbrauen, Wimpern, Bart sowie Intim- und Achselhaare können ebenfalls ausfallen, in manchen Fällen sogar die gesamte Körperbehaarung. 

Haarausfall bei Chemo: Wann setzt er ein?  

Der Haarausfall beginnt in der Regel 1 bis 3 Wochen nach Beginn der Chemotherapie. Zunächst können die Haare dünner und brüchiger werden, bevor sie in Büscheln ausfallen. Wenn etwa 50 % aller Haare ausgefallen sind, wird der Haarverlust auch nach außen hin deutlich sichtbar.  

Wann wachsen die Haare wieder nach?

Nach Abschluss der Chemotherapie beginnen die Haare meist innerhalb von 3 bis 6 Monaten wieder nachzuwachsen. Die neuen Haare können sich jedoch von den ursprünglichen unterscheiden. Häufig sind sie anfangs dichter, lockiger oder haben eine andere Farbe. Diese Veränderungen sind in der Regel vorübergehend und die Haare nehmen nach einiger Zeit wieder ihre ursprüngliche Struktur und Farbe an. 

Hat man Haarausfall bei Krebs auch ohne Chemo?

Haarausfall kann auch ohne Chemotherapie als Folge der Krebserkrankung selbst auftreten. Tumore sind eine Belastung für den ganzen Körper. Auch der Stoffwechsel und die Nährstoffversorgung unter anderem in den Haarwurzeln wird dadurch beeinträchtigt. Zudem beeinflussen bestimmte Krebsarten wie Brust- oder Prostatakrebs den Hormonhaushalt, was ebenfalls den Haarverlust bei Krebs begünstigt. Auch psychischer Stress und die allgemeine körperliche Schwächung können stressbedingten Haarausfall auslösen. 

Eine Kältehaube kann den Haarverlust während der Chemo aufhalten 

Mit dem sogenannten ScalpCoolng ist eine Möglichkeit entwickelt worden, die wirksam gegen den Haarverlust durch eine Chemotherapie sein kann2. Dabei kühlt eine spezielle Haube den Kopf während der Zytostatika-Infusion. Die Kälte bewirkt eine Verengung der Blutgefäße, wodurch der Blutfluss in diesem Bereich reduziert wird. Dadurch gelangen weniger Chemotherapeutika in die Haarfollikel und das Risiko für einen Haarverlust wird deutlich reduziert3.

Löst auch Bestrahlung einen Haarausfall bei Krebs aus?

Bei einer Bestrahlung werden hochenergetische Strahlen dazu eingesetzt, um ganz gezielt Tumorzellen zu zerstören. Diese Strahlen schädigen allerdings nicht nur die Krebszellen, sondern beeinträchtigen auch das umliegende gesunde Gewebe einschließlich der Haarwurzeln. Die Strahlen unterbrechen die Zellteilung, wodurch das Wachstum der Haare gestoppt wird und diese in der Folge ausfallen. Allerdings ist der Haarausfall durch Bestrahlung meistens nur auf die bestrahlte Körperregion beschränkt. Wird beispielsweise der Kopfbereich bestrahlt, fallen die Haare in diesem Bereich aus4.

Was tun, wenn die Haare durch die Krebstherapie ausfallen? 

Wenn du eine Krebsdiagnose bekommst, dann ist es überaus wichtig, dass du dich auf die mentalen Veränderungen durch Krebs vorbereitest. Das Wohlbefinden während der Behandlung ist ein wichtiger Teil der Behandlung.  

Der Haarausfall beeinträchtigt häufig das eigene Selbstwertgefühl. Um dich besser darauf vorzubereiten, kannst du dich an einen Experten wenden. So kannst du zum Beispiel einen Haartechniker oder Friseur aufsuchen und dich zu verschiedenen Lösungsmöglichkeiten beraten lassen. Welcher Frisur ist vor und während der Behandlung am besten für dich geeignet? Was für Möglichkeiten gibt es für Haarausfall bei Krebs und die damit verbundenen Behandlungen? 

Künstliche Haarteile und Kopfbedeckungen überbrücken die Zeit bis zum Nachwachsen der Haare

Wenn du dich zum Beispiel dafür entscheidest, künstliche oder natürliche Haarteile wie eine Perücke zu tragen, kannst du einen Spezialisten aufsuchen, der dich dabei unterstützt, das geeignete Modell zu finden. Wenn du weniger Haar hast, kann es zudem sein, dass dir kälter ist – auch zu Hause. Dafür eignet sich eine angenehme Kopfbedeckung, um die Zeit zwischen dem Haarausfall und dem Nachwachsen der Haare zu überbrücken.  

Dafür kannst du beispielsweise Tücher oder Hüte wählen, weiche Mützen verwenden oder Turbane ausprobieren. Nimm dir eine vertraute Person als Begleitung mit, um dir die große Auswahl an Kopfbedeckungen in darauf spezialisierten Geschäften oder direkt bei Markenherstellern anzuschauen. Viele von ihnen bieten persönliche Termine an, was dir die Möglichkeit gibt, dich frei und in Ruhe umzuschauen und dich zu entscheiden, wenn du dich dafür bereit fühlst. Einige Anbieter bieten auch den Besuch zu Hause oder im Krankenhaus an. 

Sprich mit deinen Liebsten

Wenn du dir darüber Sorgen machst, wie deine Liebsten auf deinen krebsbedingten Haarausfall reagieren werden, sprich sie darauf an. Darüber zu reden kann auch dir helfen, dich darauf vorzubereiten und besser damit umzugehen. Dein Umfeld wird dir ganz bestimmt mit viel Verständnis und Offenheit gegenübertreten. Es kann darüber hinaus auch wichtig sein, dass du Kontakt zu Menschen hast, die sich in einer ähnlichen Situation befinden wie du. Dafür kannst du online nach einer Selbsthilfegruppe suchen oder dich bei deinem behandelnden Arzt über lokale Gruppen erkundigen.

Tipps für die richtige Pflege von Haaren & Kopfhaut bei Krebs

Während der Krebstherapie ist es essenziell, dein Haar und deine Kopfhaut intensiv zu pflegen. Milde Produkte von La Roche Posay eignen sich auch für die Haut- und Haarpflege bei Krebspatienten. 

So behandelst du juckende Kopfhaut bei Krebs

Durch die Krebstherapie kann die Kopfhaut austrocknen und in der Folge jucken. Verwende daher ein kopfhautschonendes Shampoo mit beruhigenden und pflegenden Inhaltsstoffen. Das KERIUM kopfhautschonende Shampoo beispielsweise enthält Thermalwasser, das schnell Erleichterung verschafft.  

Haut- und Haarpflege bei Follikulitis 

Bei der Follikulitis handelt es sich um eine häufige Hauterkrankung, bei der es zu Entzündungen in den Haarwurzeln kommt. Dabei erscheinen kleine rote Beulen oder Pickelchen im Bereich der Haarwurzeln. Wenn Follikulitis bei dir auftritt, verwende möglichst milde und schonende Reinigungsprodukte wie die LIPIKAR SYNDET AP+ Dusch-Creme von La Roche Posay, die den natürlichen pH-Wert der Haut aufrechterhalten. Vermeide es, dich zu rasieren und alkoholhaltige Produkte mit Duftstoffen wie Deos oder Parfums zu benutzen. Trage ebenfalls keine zu enge Kleidung.  

UV-Schutz ist bei einer Krebsbehandlung besonders wichtig

Die Haut ist durch die Krebstherapie oft empfindlicher gegenüber Sonnenstrahlung und benötigt besonderen Sonnenschutz. Verwende daher am besten Pflegeprodukte wie leichte Feuchtigkeitscremes mit einem integrierten Lichtschutzfaktor von 50.

Fazit: So findest du den richtigen Umgang mit Haarausfall bei Krebs

Haarausfall durch Krebsbehandlungen ist eine der sichtbarsten und emotional belastendsten Nebenwirkungen. Doch es gibt Möglichkeiten, diese Herausforderung zu bewältigen. Mit einer gezielten Vorbereitung wie dem Einsatz von Kältehauben und der richtigen Pflege für Kopfhaut und Haar kannst du den Haarverlust einschränken und die Regeneration unterstützen. Zudem helfen Perücken, Kopfbedeckungen und der Austausch mit anderen Betroffenen, um das eigene Wohlbefinden und Selbstbewusstsein zu stärken. La Roche Posay ist mit geeigneten Pflegeprodukten immer an deiner Seite.

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