Neurodermitis auf der Kopfhaut: Passende Shampoos und richtige Pflege

Article Read Duration 7 Minuten Lesezeit

Neurodermitis zeigt sich nicht nur im Gesicht und am Körper, sondern häufig auch auf der Kopfhaut. Wie du die Anzeichen milderst und was bei der Reinigung und Pflege der Kopfhaut wichtig ist, erfährst du hier.

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis beschreibt ein chronisch und in Schüben verlaufendes Hautanliegen, das von entzündlichen Ekzemen geprägt ist. Weitere dermatologische Bezeichnungen für Neurodermitis sind die atopische Dermatitis und das atopische Ekzem. Die Hautveränderungen sind vor allem für ihr Auftreten im Gesicht sowie an den Armen und Beinen bekannt. Nicht selten ist jedoch auch die Kopfhaut von Neurodermitis betroffen. Hier können sich die Anzeichen vom oberen Rand der Stirn bis hin zum Nacken zeigen.

Welche Symptome treten bei Neurodermitis auf der Kopfhaut auf?

Die Anzeichen von Neurodermitis am Kopf gleichen zum größten Teil den typischen Symptomen bei atopischer Dermatitis an anderen Hautbereichen:

  • Trockene, empfindliche Haut
  • Häufiges Spannungsgefühl
  • Starker bis sehr starker Juckreiz
  • Lokal begrenzte oder flächige Rötungen
  • Trockene, helle Schuppen
  • Bildung von Schorf
  • Teilweise Verdickung der Haut
  • Nässende Stellen

Insbesondere der ausgeprägte Juckreiz bei Neurodermitis auf der Kopfhaut führt zu einem teils unbändigen Kratzdrang. Wird diesem nachgegeben, intensivieren sich die Hautentzündungen. Daher ist es bei der Behandlung von Ekzemen auf dem Kopf besonders wichtig, den Juckreiz zu mildern.   

 

Haarausfall durch Neurodermitis auf der Kopfhaut  

Je nach Ausprägung kann es zu partiellem, teilweise aber auch zu flächigem Haarausfall bei Neurodermitis auf der Kopfhaut kommen. Insbesondere kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) ist eine bekannte Begleiterscheinung von atopischen Ekzemen, welche die Kopfhaut betrifft.1 Dabei kommt es zu kahlen, runden Stellen auf dem Kopf. In vielen Fällen ist der Haarausfall nur vorübergehend und lässt zunehmend nach, wenn sich das Erscheinungsbild der Neurodermitis auf dem Kopf insgesamt verbessert. 

 

Rote und offene Stellen auf der Kopfhaut bei Neurodermitis

Rötungen gehören zu den typischen Merkmalen von Neurodermitis auf der Kopfhaut. Durch anhaltendes Kratzen oder Reiben kann die empfindliche Haut zusätzlich gereizt werden – es entstehen kleine offene Stellen oder nässende Hautbereiche. Diese können brennen, sich entzünden oder sogar verkrusten. Eine schonende Pflege und juckreizlindernde Produkte sind hier besonders wichtig, um die Hautschutzbarriere zu stabilisieren und das Abklingen der Entzündung zu unterstützen.

 

Unterschiede zwischen Neurodermitis und Schuppenflechte auf der Kopfhaut 

Sowohl Neurodermitis als auch Schuppenflechte (Psoriasis) sind entzündliche und chronische Hautanliegen, die durch Schuppenbildung und Rötungen gekennzeichnet sind. Die Anzeichen einer Entzündung sind bei Schuppenflechte jedoch meist ausgeprägter: Die Haut ist wesentlich stärker verdickt und schuppt mehr. Außerdem tritt sie in der Regel später auf als Neurodermitis, welche sich meist schon im Säuglingsalter zeigt.  

 

Kopfhautpilz oder Neurodermitis?

Auch ein Kopfhautpilz (Tinea capitis) und Neurodermitis auf der Kopfhaut können ähnliche Symptome verursachen – etwa Juckreiz, Schuppen und Rötungen. Dennoch gibt es wichtige Unterschiede: Ein Pilzinfekt zeigt sich oft in klar begrenzten, runden, schuppenden Arealen, die teilweise auch haarlos sind. Die Haut kann entzündet, nässend oder verkrustet erscheinen. Im Gegensatz dazu verläuft Neurodermitis meist schubweise, mit eher trockener, empfindlicher Haut und starkem Juckreiz. Bei unklaren Beschwerden sollte deshalb frühzeitig eine dermatologische Abklärung erfolgen.

Welche Ursachen hat Neurodermitis auf der Kopfhaut?

Warum Neurodermitis auf dem Kopf bzw. generell entsteht, ist aus medizinischer Sicht bislang noch nicht vollständig erforscht. Klar ist jedoch, dass eine genetische Veranlagung besteht. Daher ist die Wahrscheinlichkeit groß, die Neigung zu Neurodermitis innerhalb der Familie zu vererben. Darüber hinaus spielen Umweltfaktoren sowie der eigene Lebensstil eine Rolle.

  • Bei einem atopischen Ekzem auf der Kopfhaut ist die Hautschutzbarriere gestört, wodurch es zu Feuchtigkeitsverlust kommt. Die Kopfhaut wird trocken und neigt zu vermehrter Schuppenbildung.
  • Bei Neurodermitis wird die Kopfhaut empfindlicher gegenüber potenziellen Reizfaktoren, wie etwa Sonnenstrahlung, Kälte, Hitze, trockener Luft, Pollen, Tierhaaren, Hausstaubmilben oder auch Inhaltsstoffen in Haarprodukten.

Neurodermitis auf der Kopfhaut – was hilft bei der Behandlung?

Die richtige Pflege von zu Neurodermitis neigender Kopfhaut stellt oft eine Herausforderung dar. Einerseits wünschen sich Neurodermitiker eine gründliche Reinigung und wohltuende Pflege von Kopfhaut und Haar, andererseits scheint jede Haarwäsche den Zustand der Kopfhaut noch zu verstärken. Wir zeigen dir, was für die Wahl des Shampoos bei Neurodermitis auf der Kopfhaut wichtig ist, welche Inhaltsstoffe sich bewährt haben und wie Hausmittel dein Reinigungs- und Pflegeritual ergänzen können. 

 

Welches Shampoo bei Neurodermitis auf der Kopfhaut?

In der Regel wählen wir unser Shampoo bevorzugt anhand des Haartyps aus: Shampoo für trockenes Haar, fettiges Haar, feines Haar, beanspruchtes Haar oder coloriertes Haar sind typische Auswahlkriterien. Geht es um den Zustand der Kopfhaut, sind vor allem Anti-Schuppen-Shampoos beliebt. Neigt die Kopfhaut zu Neurodermitis, scheidet eine Vielzahl von Shampoos allerdings aus. Oft enthalten sie Inhaltsstoffe, welche für die beanspruchte Kopfhaut ungeeignet sind und Irritationen begünstigen. Ideal bei Neurodermitis auf der Kopfhaut ist ein Shampoo speziell für empfindliche Kopfhaut. Es sollte Feuchtigkeit spenden, die Kopfhaut beruhigen und die natürliche Schutzbarriere nachhaltig stärken. Hier eignet sich beispielsweise das La Roche Posay KERIUM Schonendes Gel-Shampoo mit Thermalwasser und Glycerin. Es schenkt der Kopfhaut unmittelbar Erleichterung und besänftigt sie langanhaltend. Die Geltextur verleiht dem Haar zudem Geschmeidigkeit, Leichtigkeit und Glanz. 

 

Anti-Schuppen-Shampoos bei Neurodermitis auf der Kopfhaut

Klassische Anti-Schuppen-Shampoos wirken häufig durch stark entfettende Inhaltsstoffe oder pilzhemmende Wirkstoffe, die die Kopfhaut von übermäßigem Talg und Schuppen befreien sollen. Ein Anti-Schuppen-Shampoo sollte jedoch die ohnehin trockene Kopfhaut von Neurodermitikern auf keinen Fall entfetten. Daher sind Shampoos für fettige oder ölige Kopfhaut bei atopischem Ekzem auf der Kopfhaut in der Regel nicht geeignet. Bei Unklarheiten lasse dich hierzu am besten beim Hautarzt oder in der Apotheke beraten.

 

Inhaltsstoffe für zu Neurodermitis neigende Kopfhaut

Bei einem atopischen Ekzem auf der Kopfhaut sind die Inhaltsstoffe in Shampoos und Haarpflegeprodukten von wesentlicher Bedeutung. Sie wirken wohltuend und fördern eine ausgeglichene Kopfhaut.

  • Thermalwasser mildert Irritationen und Juckreiz, stärkt die natürliche Schutzbarriere und stimuliert die Regeneration der zu Neurodermitis neigender Kopfhaut.
  • Glycerin spendet intensive Feuchtigkeit und hilft so dabei, Trockenheit und Juckreiz auf der Kopfhaut zu mildern.
  • Salicylsäure besitzt entzündungshemmende und abschuppende Eigenschaften, wodurch die gereizte Kopfhaut beruhigt wird. Der Wirkstoff ist ideal für empfindliche Kopfhaut, sollte aber nicht bei offenen Stellen auf der Kopfhaut angewendet werden.

 

Hausmittel gegen Neurodermitis auf der Kopfhaut

In einigen Fällen können Hausmittel die Reinigung und Pflege der Kopfhaut bei Neurodermitis sinnvoll unterstützen. Wichtig ist hier, dass das jeweilige Hausmittel die sensible Kopfhaut nicht reizt. Insbesondere bei nässenden oder schmerzenden Ekzemen auf der Kopfhaut ist es sinnvoll, die Verwendung von Hausmitteln zunächst mit einem Dermatologen zu besprechen. Berücksichtige zudem, dass Hausmittel auch immer ein gewisses Allergierisiko mit sich bringen.

  • Apfelessig bei Neurodermitis auf der Kopfhaut
    Apfelessig kann Juckreiz mildern und so die gereizte Kopfhaut besänftigen. Am besten wendest du dieses Hausmittel in Form einer Spülung an. Vermische dazu einen Teil lauwarmes Wasser mit einem Teil Apfelessig und gieße die Mischung langsam über den Kopf. Das Ganze kurz einwirken lassen und anschließend gründlich ausspülen.
  • Olivenöl bei Neurodermitis auf der Kopfhaut
    Während auf Gesicht und Körper wohltuende Cremes aufgetragen werden können, erweist sich die Pflege von atopischen Ekzemen auf behaarter Kopfhaut als eher schwierig. Hier eignet sich Olivenöl gut, um die trockene Kopfhaut zu verwöhnen. Es spendet Feuchtigkeit und mildert Juckreiz sowie die Bildung von Schuppen. Verteile etwas von dem Öl auf der Kopfhaut und lasse es einige Minuten einwirken. Abschließend mit einem Shampoo für zu Neurodermitis neigender Kopfhaut sorgfältig auswaschen.   

Tipps zum täglichen Umgang mit Neurodermitis auf der Kopfhaut 

Neigt die Kopfhaut zu Ekzemen, muss dies im täglichen Leben berücksichtigt werden. Dies ist nicht immer so einfach, daher haben wir einige Empfehlungen und Tipps zusammengestellt. Sie sollen dich in deinem Alltag mit zu Neurodermitis neigender Kopfhaut zu unterstützen.

  • Meide potenzielle Auslöser so weit wie möglich. Chemikalien in Haarfärbemitteln und Stylingprodukten können Ekzeme auf der Kopfhaut verstärken.
  • Wasche dein Haar bei lauwarmer Temperatur, um die Kopfhaut zu schonen. Ist das Wasser zu heiß, wirkt dies austrocknend und kann zudem schmerzhaft sein.
  • Verwende ein weiches Handtuch, um das Wasser nach der Haarwäsche sanft aus den Haaren zu drücken, anstatt zu rubbeln.
  • Idealerweise lässt du die Haare an der Luft trocknen, damit die Kopfhaut nicht zusätzlich durch heiße Föhnluft beansprucht wird.
  • Ekzeme auf der Kopfhaut werden besonders beim Kämmen oder Bürsten als unangenehm und teilweise sogar schmerzhaft empfunden. Verwende deshalb Bürsten mit sehr weichen Borsten. Achte außerdem darauf, nicht zu viel Druck auf die Kopfhaut auszuüben.
  • Trägst du Kopfbedeckungen, wähle atmungsaktive Stoffe, sodass die Kopfhaut darunter nicht ins Schwitzen gerät. Schweiß ist ein bekannter Auslöser für Juckreiz bei Neurodermitis auf dem Kopf. 
  • Ausgewogene Ernährung, sportliche Aktivitäten, wenig Stress und ausreichend Schlaf helfen dabei, Neurodermitis Schüben entgegenzuwirken. 

Fazit: Neurodermitis auf der Kopfhaut langfristig mildern 

Bei Neurodermitikern kann sich das atopische Ekzem auch auf der Kopfhaut bilden. Es äußert sich dort vor allem in Form von Juckreiz und trockenen Schuppen. Nässende Hautstellen sowie Haarausfall sind bei der typischen trockenen Kopfhaut ebenfalls möglich. Die zu Neurodermitis neigende Kopfhaut benötigt daher ein sehr mildes Shampoo, das sanft reinigt und die beanspruchten Hautbereiche nicht zusätzlich durch reizende Inhaltsstoffe irritiert. Auf den empfindlichen Zustand der Kopfhaut abgestimmte Wirkstoffe mildern Trockenheit, Juckreiz und Entzündungen. In Verbindung mit einer achtsamen und ausgeglichenen Lebensweise lässt sich Neurodermitis auf der Kopfhaut nachhaltig mildern.

Für weitere exklusive News und Tipps zum Thema Hautpflege melde dich jetzt zum Newsletter an.

Aktualisiert am 21.07.2025

UNSERE BESTSELLER FÜR ZU NEURODERMITIS NEIGENDE KOPFHAUT

Quellen
  1. Kageyama R. et al. Immunological Properties of Atopic Dermatitis-Associated Alopecia Areata. Int J Mol Sci. 2021 Mar; 22(5):2618. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7961331/